Selbstschlagen-Trend: Wo Sie Ihren Weihnachtsbaum im Advent fällen

Sport & Freizeit Selbstschlagen-Trend: Wo Sie Ihren Weihnachtsbaum im Advent fällen

Es ist das Ritual, das viele Familien vor den Feiertagen verbindet: Der Gang in den Wald. Doch statt nur einen fertigen Baum zu kaufen, entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, die Nadelkrone selbst zu schlagen. Die Suche nach dem perfekten Exemplar wird dabei zum Erlebnis – mit Säge in der Hand und frischer Luft in der Lunge. Was als einfache Errungenschaft beginnt, endet oft mit einem Stolz auf das eigene Werk, das dann bis Silvester im Wohnzimmer steht.

Doch wo findet man diese Plantagen? Die Antwort liegt verstreut über ganz Deutschland, von Brandenburg bis Mecklenburg-Vorpommern. Hier sind die Orte, an denen Sie diesen Herbst und Winter Ihre eigenen Bäume finden können.

Brandenburg: Frische Luft am Werderaner Tannenhof

Nordwestlich von Berlin, in der brandenburgischen Stadt Werder (Havel), lockt der Werderaner Tannenhof Besucher an. Das Angebot ist klar strukturiert und richtet sich an alle, die Wert auf Flexibilität legen.

Die Plantage öffnet ihre Tore täglich vom 8. November bis zum 23. Dezember. Die Zeiten sind großzügig gewählt: Von 09:00 bis 19:00 Uhr können Gäste ihren Baum auswählen und fällen. Für den letzten Tag vor Weihnachten gilt eine Sonderregelung: Am 24. Dezember ist nur noch von 09:00 bis 12:00 Uhr Verkauf für bereits geschlagene Bäume möglich. Wer also sein Glück selbst versuchen will, muss früher kommen.

  • Adresse: Lehniner Chaussee 19, 14542 Werder (Havel)
  • Zeiten: Täglich 09:00–19:00 Uhr (bis 23.12.)
  • Ausstattung: Sägen und Transportkarren werden verliehen

Ein kleiner Tipp für die Anfahrt: Die Adresse ist gut ausgeschildert. Falls Sie kein eigenes Werkzeug haben, keine Sorge – der Hof stellt alles Notwendige zur Verfügung. Es geht also rein in die Praxis.

Hessen: Tradition im Taunus bei Neu-Anspach

Weiter südlich, im Herzen des Taunus, erwartet Sie der Betrieb Taunus Weihnachtsbäume in Neu-Anspach. Hier wird traditionell gefeiert, und das Programm ist eng an die Adventszeit gekoppelt.

Das Selbstschlagen ist hier kein Dauerevent, sondern gebunden an die vier Adventswochenenden. Das bedeutet: Planen Sie Ihren Besuch entsprechend. Die Termine für 2025 sind fixgelegt:

  • 1. Advent: Samstag, 29.11. und Sonntag, 30.11.2025
  • 2. Advent: Samstag, 06.12. und Sonntag, 07.12.2025
  • 3. Advent: Samstag, 13.12. und Sonntag, 14.12.2025
  • 4. Advent: Samstag, 20.12. und Sonntag, 21.12.2025

An allen diesen Tagen ist von 9:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Wer es eilig hat oder nicht weit fahren möchte, kann auch im Hofverkauf an der Usingerstraße 2 vorbeischauen. Dort gibt es täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr frisch geschnittenes Reisig sowie Topf- und Ballenbäume. Ab Mitte Oktober sind Nordmann-, Nobiles- und Blaufichten verfügbar. Ab Ende November kommt das volle Sortiment dazu.

Die Anfahrt ist einfach: Navigieren Sie zum „Obernhainer Weg“ in 61267 Neu-Anspach. Folgen Sie der Beschilderung mit dem Tannenbaumsymbol direkt zur Plantage.

Schleswig-Holstein: Bio-Qualität bei Hamburg

Schleswig-Holstein: Bio-Qualität bei Hamburg

Für Fans ökologischer Produkte ist der Wilkenshoff nahe Hamburg ein Anlaufpunkt. In Hollenstedt wird Wert auf Nachhaltigkeit gelegt – und das spürt man beim Preis wie bei der Qualität.

Hier zahlen Sie pro laufendem Meter. Eine Bio-Fichte kostet 20 €, eine Bio-Nordmanntanne 25 €. Das klingt zunächst hoch, aber bedenken Sie: Es handelt sich um zertifizierte Bio-Bäume, die direkt vom Hof stammen. Ein echtes Erlebnis für die ganze Familie, besonders wenn man bedenkt, dass an allen Adventswochenenden ab 11:00 Uhr geöffnet ist.

Besonders am ersten Advent lockt ein kleiner Adventsmarkt auf dem Hof, ebenfalls ab 11:00 Uhr sonntags. Die Adresse lautet Kampweg 2, 21279 Hollenstedt. Ob Sie nun die Fichte oder die Tanne bevorzugen – hier haben Sie die Wahl zwischen zwei klassischen Sorten.

Bayern: Vielfalt im Landkreis Dachau und darüber hinaus

In Bayern gibt es mehrere Optionen, je nachdem, wo Sie wohnen. Im Landkreis Dachau operiert der Tannenhof Oberweilbach mit drei Standorten: Oberweilbach, Hörgenbach und Petershausen. Der Fokus liegt auf regionaler und nachhaltiger Produktion. Ob Kauf oder Selbstschlagen – die Auswahl ist groß.

Etwas weiter entfernt, in Richtung Aichach und Odelzhausen, findet man die Gräflich von Hundt'sche Forstverwaltung KG. Hier ist die Infrastruktur gut ausgebaut: Ausreichend Sägen liegen bereit. Der Rat der Betreiber ist pragmatisch: Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind Pflicht. Schließlich steht man im Wald, nicht im Supermarkt.

Die Anfahrt führt über die A 8 Richtung Stuttgart, Ausfahrt Sulzemoos, dann Richtung Aichach bis Erdweg. Nach Erdweg links nach Odelzhausen. Von Dachau aus ist der Weg ab Kleinberghofen ausgeschildert – manchmal sogar mit dem Maskottchen „Woody“. Ein nettes Detail für Kinder.

Auch die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern bietet in ihren Forstämtern die Möglichkeit, Bäume zu kaufen und oft sogar selbst zu schlagen. Egal ob klein oder groß – die staatlichen Wälder bieten eine breite Palette. Die genauen Öffnungszeiten variieren je nach Forstamt, daher lohnt sich ein Blick auf die jeweilige Website.

Was Sie beachten sollten

Was Sie beachten sollten

Bevor Sie losfahren, prüfen Sie immer die aktuellen Öffnungszeiten. Viele Betriebe ändern ihre Zeiten kurzfristig aufgrund von Wetter oder Personal. Zudem: Nehmen Sie warme Kleidung mit. Im November und Dezember kann es kalt sein, und der Wind im Wald zwickt.

Vergessen Sie nicht, Messband und Handschuhe einzupacken. Und denken Sie daran: Der Baum soll auch ins Auto passen. Messen Sie vorher Ihr Fahrzeug, damit Sie nicht vor Ort feststellen, dass der Traumbaum doch zu lang ist.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich überall meinen eigenen Weihnachtsbaum schlagen?

Nein, nicht überall. Nur bestimmte Plantagen und Forstbetriebe erlauben das Selbstschlagen. Beispiele sind der Werderaner Tannenhof in Brandenburg oder Taunus Weihnachtsbäume in Hessen. Andere Angebote, wie der Voigt Pflanzenhof, bieten zwar das Selbstschlagen an, geben aber oft keine festen Termine vor. Prüfen Sie immer die Bedingungen des jeweiligen Betriebs.

Wie viel kostet ein selbst geschlagener Baum?

Die Preise variieren stark. Beim Wilkenshoff in Schleswig-Holstein zahlen Sie 20 € pro Meter für eine Bio-Fichte und 25 € für eine Bio-Nordmanntanne. Bei anderen Anbietern kann der Preis niedriger sein, insbesondere bei konventionellen Bäumen. Oft wird pro Höhe in Metern abgerechnet, was transparenter ist als ein Pauschalpreis.

Welche Ausrüstung brauche ich für das Selbstschlagen?

In den meisten Fällen stellen die Betriebe Sägen und Transportkarren zur Verfügung, wie am Werderaner Tannenhof. Wichtig sind jedoch feste Schuhe und wetterfeste Kleidung, da Sie im Wald stehen. Handschuhe schützen Ihre Hände vor Harz und scharfen Ästen. Ein Messband hilft, die richtige Länge zu bestimmen.

Gibt es feste Termine für das Selbstschlagen?

Bei einigen Betrieben ja. Taunus Weihnachtsbäume in Neu-Anspach öffnet nur an den vier Adventswochenenden. Der Werderaner Tannenhof ist hingegen täglich geöffnet. Der Wilkenshoff ist an allen Adventswochenenden ab 11 Uhr erreichbar. Planen Sie Ihren Besuch daher frühzeitig, besonders an Wochenenden vor Weihnachten.

Ist das Selbstschlagen umweltfreundlicher?

Oft ja, insbesondere wenn Sie regionale Anbieter wählen. Betriebe wie der Tannenhof Oberweilbach betonen Nachhaltigkeit. Durch den direkten Kauf vom Erzeuger entfallen lange Transportwege. Zudem fördert das Selbstschlagen die Wertschätzung für den Baum. Vergleichen Sie jedoch auch die Anbauweise – Bio-Zertifizierungen wie beim Wilkenshoff garantieren höhere ökologische Standards.